Sonntag, 6. Juli 2014

Die Finisher-Sport-Massage

Massage-Aktionen

Massage für den guten Zweck oder bei Sportveranstaltungen

Finisher ist jeder, der es irgendwie durchs Ziel geschafft hat. In diesem Sinne bieten wir Finisher-Sport-Massagen an.  Die Massage fördert den Abbau von Stoffwechselendprodukten, welche während des Laufes in großen Mengen anfielen und der Körper jetzt wieder loswerden muss.



Ich finde das hat was – auf so einem Event dabei zu sein. Begeisterung und Siegeswillen liegen in der Luft und inspirieren jeden zum Mitfiebern und Mitfeiern. Auf einmal gehören alle irgendwie zusammen und jeder Läufer wird beim Zieleinlauf bejubelt. Gewonnen haben wir immer alle.
In dieser Situation mag man doch unbedingt dabei sein. Die Massageliege aufstellen und auf Unerwartetes hoffen. 
Ich bin mit 6 von meinen Praktikanten angerückt und wir sind alle ein bisschen aufgeregt. Das Wetter ist schön. Wir brauchen keinen Regenschutz.
Wir stellen unsere Liegen auf – natürlich möglichst nah am Zieleinlauf und freuen uns schon darauf, die Helden endlich zwischen die Finger zu bekommen. Aber dann wundern wir uns. 
Die ersten sind schon seit 20 Minuten ins Ziel gelaufen und es scheint keiner die Massageeinheit wahrzunehmen. 
Was ist das für ein Phänomen? 
Ich spreche einen Läufer an. Gratuliere ihm zum Sieg und weise ihn darauf hin, dass wir für Massagen bereit stehen. Er nickt stumm, macht aber keine Anstsalten die Möglichkeit zu nutzen.



Das war nur ein Check-up. Ich persönlich halte mich zurück damit, Kunden verbal von der Massage zu überzeugen. Das entwertet ein so anspruchsvolles Genusserlebnis nur. Schätze liegen nie überall für jedermann sichtbar herum. Glücklich schätzt sich der, der sie entdeckt.


Als ich so in das gerötete Gesicht des Läufers schaue, der sich gerade das schweißnasse Haar aus dem Gesicht streicht, verstehe ich...


Das Adrenalin ist schuld an dem verzögerten Massage-Start. Generell schüttet der Körper so lange er extremer Belastung oder Stress unterliegt immer wieder Adrenalin aus. Bei unseren Läufern hat der sogenannte Adrenalinrausch eingesetzt. Und ja dieser Zustand kann durchaus erst einmal anhalten. Das Herz hat einen schnellen Beat, die Durchblutung läuft noch auf Hochtouren, die Atemwege sind noch erweitert und der Blutdruck ist hoch. Unmöglich, da kann man sich nicht still hinlegen und eine Massage genießen. Die Sportler kommen ins Ziel und lassen sich erst einmal feiern, erzählen davon wie es war, genießen in sich gekehrt den noch tobenden Körper oder stoßen mit Freunden an. In dieser Phase ist Massage kein Thema. Erst wenn der Adrenalinspiegel im Blut sich etwas abgebaut hat und das Thema der Freunde sich schon wieder um Kindererziehung und Fußball dreht, rückt die Möglichkeit einer revitalisierenden Bein-, Rücken oder Fußmassage ins Augenmerk und wird dann auch voll genossen.
Bei den Event-Massagen (im Zusammenhang mit sportlichen Ereignissen) geht es in der Regel nicht um Einnahmen und Verdienstmöglichkeiten, sondern es geht um Dasein: Präsenz zeigen und Einblick geben. Die anonyme Visitenkarte bekommt ein Gesicht.
Sportliche Ereignisse sind immer ein Highlight für den Ort und geben so ein Wir-Gefühl. Es ist eine gute Gelegenheit einfach präsent zu sein. Das Motto für Erfolg lautet: Einfach ab und zu auch mal da sein, wo das Herz meiner Region pulsiert, denn schließlich suche ich ja Leute, die verstehen, dass meine Absicht ist, ihnen gut zu tun. Leute, denen ich schon mal den Rücken oder die Beine massiert habe, erinnern sich gerne an dieses Ereignis und kommen dann auch mal zu anderen Zeiten wieder.
Hier können viele Menschen mich kennen lernen und auch direkten Einblick bekommen in das, was ich tue. Jeder kann zuschauen und sich ins Bild setzen.

Es beginnt grundsätzlich damit, dass man Kontakt mit dem Veranstalter aufnimmt und sich als Sponsor vorstellt.
Wer ist der Veranstalter?
Es kann ein Sportartikelhersteller sein, die Gemeinde oder auch die Kirche.

In Nürnberg ist es zum SportScheck. Hier müsste man also nachfragen, ob eine Massage für die Finisher möglich ist.
Kleinere Orte eignen sich für den Beginn natürlich besser, da alles übersichtlicher und oft auch unbürokratischer zugeht.

Beim Mountainbikerennen des RSC Waldkirchen, bemerkte ich, dass es ein großes Zelt gab, in dem Räder und Utensilien, die gebraucht wurden, gelagert waren. Ich erkundigte mich gleich, ob es möglich sei, eine Massageliege in dem Zelt aufzustellen, für eine Finisher-Sport-Massage. Mein Angebot wurde sofort gerne angenommen -  ohne jegliche Bürokratie und Genehmigungsverfahren.
In Passau gibt es den Domlauf. Hier ist alles in kirchlicher Hand. Der Veranstalter ist der KAB-Diözesanverband Passau. Auch hier wurde unser Angebot gerne angenommen. Wir liehen uns einen Pavillon, der vor Ort aufgestellt wurde und hatten an 3 Liegen mit 6 Leuten den ganzen Tag über viel zu tun und viel Spaß. 
Wir haben in viele - gefühlte 100 oder 200 - dankbare, lachende, glückliche und verschwitzte Gesichter geschaut. Irgendwie war ja jeder, der es bis ins Ziel geschafft hatte, ein Held. Es machte uns einfach Spaß, kleine und große Helden zu massieren. Ich glaube wir tun es wieder.