Massage-Aktionen
Massage für den guten Zweck oder bei
Sportveranstaltungen
Finisher ist jeder, der es irgendwie durchs Ziel geschafft hat. In diesem Sinne bieten wir Finisher-Sport-Massagen an. Die Massage fördert den Abbau von Stoffwechselendprodukten, welche
während des Laufes in großen Mengen anfielen und der Körper jetzt
wieder loswerden muss.
Ich finde das hat was – auf so einem Event dabei zu
sein. Begeisterung und Siegeswillen liegen in der Luft und inspirieren jeden
zum Mitfiebern und Mitfeiern. Auf einmal gehören alle irgendwie zusammen und
jeder Läufer wird beim Zieleinlauf bejubelt. Gewonnen haben wir immer alle.
In dieser Situation mag man doch unbedingt dabei sein.
Die Massageliege aufstellen und auf Unerwartetes hoffen.
Ich bin mit 6 von meinen Praktikanten angerückt und
wir sind alle ein bisschen aufgeregt. Das Wetter ist schön. Wir brauchen keinen
Regenschutz.
Wir stellen unsere Liegen auf – natürlich möglichst
nah am Zieleinlauf und freuen uns schon darauf, die Helden endlich zwischen die
Finger zu bekommen. Aber dann wundern wir uns.
Die ersten sind schon seit 20
Minuten ins Ziel gelaufen und es scheint keiner die Massageeinheit
wahrzunehmen.
Was ist das für ein Phänomen?
Ich spreche einen Läufer an. Gratuliere ihm zum
Sieg und weise ihn darauf hin, dass wir für Massagen bereit stehen. Er nickt stumm, macht aber keine Anstsalten die Möglichkeit zu nutzen.
Das war nur ein Check-up. Ich persönlich halte mich zurück
damit, Kunden verbal von der Massage zu überzeugen. Das entwertet ein so
anspruchsvolles Genusserlebnis nur. Schätze liegen nie überall für jedermann
sichtbar herum. Glücklich schätzt sich der, der sie entdeckt.
Als ich so in das gerötete Gesicht des Läufers schaue, der sich gerade das schweißnasse Haar aus dem Gesicht streicht, verstehe ich...
Das Adrenalin ist schuld an dem verzögerten Massage-Start. Generell
schüttet der Körper so lange er extremer Belastung oder Stress unterliegt immer
wieder Adrenalin aus. Bei unseren Läufern hat der sogenannte Adrenalinrausch
eingesetzt. Und ja dieser Zustand kann durchaus erst einmal anhalten. Das Herz
hat einen schnellen Beat, die Durchblutung läuft noch auf Hochtouren, die
Atemwege sind noch erweitert und der Blutdruck ist hoch. Unmöglich, da kann man
sich nicht still hinlegen und eine Massage genießen. Die Sportler kommen
ins Ziel und lassen sich erst einmal feiern, erzählen davon wie es war,
genießen in sich gekehrt den noch tobenden Körper oder stoßen mit Freunden an.
In dieser Phase ist Massage kein Thema. Erst wenn der Adrenalinspiegel im Blut
sich etwas abgebaut hat und das Thema der Freunde sich schon wieder um
Kindererziehung und Fußball dreht, rückt die Möglichkeit einer
revitalisierenden Bein-, Rücken oder Fußmassage ins Augenmerk und wird dann
auch voll genossen.
Bei den Event-Massagen (im Zusammenhang mit
sportlichen Ereignissen) geht es in der Regel nicht um Einnahmen und
Verdienstmöglichkeiten, sondern es geht um Dasein: Präsenz zeigen und Einblick
geben. Die anonyme Visitenkarte bekommt ein Gesicht.
Sportliche Ereignisse sind immer ein Highlight für den
Ort und geben so ein Wir-Gefühl. Es ist eine gute Gelegenheit einfach präsent
zu sein. Das Motto für Erfolg lautet: Einfach ab und zu auch mal da sein, wo
das Herz meiner Region pulsiert, denn schließlich suche ich ja Leute, die
verstehen, dass meine Absicht ist, ihnen gut zu tun. Leute, denen ich schon mal
den Rücken oder die Beine massiert habe, erinnern sich gerne an dieses Ereignis
und kommen dann auch mal zu anderen Zeiten wieder.
Hier können viele Menschen mich kennen lernen und auch
direkten Einblick bekommen in das, was ich tue. Jeder kann zuschauen und sich
ins Bild setzen.
Es beginnt grundsätzlich damit, dass man Kontakt mit
dem Veranstalter aufnimmt und sich als Sponsor vorstellt.
Wer ist der Veranstalter?
Es kann ein Sportartikelhersteller sein, die Gemeinde
oder auch die Kirche.
In Nürnberg ist es zum SportScheck. Hier müsste man
also nachfragen, ob eine Massage für die Finisher möglich ist.
Kleinere Orte eignen sich für den Beginn natürlich
besser, da alles übersichtlicher und oft auch unbürokratischer zugeht.
Beim Mountainbikerennen des RSC Waldkirchen, bemerkte ich, dass es ein
großes Zelt gab, in dem Räder und Utensilien, die gebraucht wurden, gelagert
waren. Ich erkundigte mich gleich, ob es möglich sei, eine Massageliege in dem
Zelt aufzustellen, für eine Finisher-Sport-Massage. Mein Angebot wurde sofort
gerne angenommen - ohne jegliche Bürokratie und Genehmigungsverfahren.
In Passau gibt es den Domlauf. Hier ist alles in kirchlicher Hand. Der
Veranstalter ist der KAB-Diözesanverband Passau. Auch hier wurde unser Angebot
gerne angenommen. Wir liehen uns einen Pavillon, der vor Ort aufgestellt wurde
und hatten an 3 Liegen mit 6 Leuten den ganzen Tag über viel zu tun und viel
Spaß.
Wir haben in viele - gefühlte 100 oder 200 - dankbare, lachende, glückliche
und verschwitzte Gesichter geschaut. Irgendwie war ja jeder, der es bis ins
Ziel geschafft hatte, ein Held. Es machte uns einfach Spaß, kleine und große
Helden zu massieren. Ich glaube wir tun es wieder.