Freitag, 18. Juli 2014

Eindrücke aus dem Freibad oder Open-door-Massagen

Der kleine Genießer-Nachwuchs checkt die Lage, während Papa massiert wird.

Massage to watch
Felicitaciones a Anna!

Bravo Anna! Héroe del día!
Warum Anna die Heldin des Tages ist? Na, weil sie 12 Stunden in der Gastronomie arbeitet und in ihrer Pause zum Massieren kommt. Wir haben es uns aber nicht nehmen lassen, zusamen noch ein Eis zu essen.




konzentriertes Miteinander

Die Open-door-Massagen finden in einem halbgeschützten Rahmen statt. Bei uns ist dies das Blockhaus im Freibad. Die Türen bleiben stets offen und dennoch sind unsere Kunden nicht jeder Wind- und Wetterlage ausgesetzt - was man von den Blicken nicht sagen kann. Der Raum ist zu jeder Zeit einsehbar, aber 3 Wände vermitteln dem Kunden eine gewissen abgeschlossene Atmosphäre.

Es ist die "Massage to watch." Man schaut gerne zu und genießt heimlich mit.

Vorbild prägt

Herrliches Freibadwetter!
Unsere Massage-Blockhütte befindet sich im Schatten großer Bäume, die uns sanft Wind zu fächeln.


Unsere erste Kundin fühlt sich nach der Geburt ihres dritten Kindes so müde und verspannt. Wir massieren sie mit vollem Einsatz. Als sie aufsteht, lächelt sie glücklich. Sie möchte nun täglich nach uns Ausschau halten. Irgendwie geht sie anders zu ihrem Handtuch auf der Liegewiese zurück. Wir schauen ihr nach: Die Wohltäter haben mal wieder zugeschlagen und das geht in Serie...
 
Heute scheinen uns hauptsächlich junge Mütter mit verschiedenen Alltagsbeschwerden zu finden.
Meine Praktikantin, Irini, hat große Freude und genießt das schöne entspannte Urlaubsfeeling im Freibad. Wir merken beide, dass sie am besten durch direkte Imitation und Inspiration lernt. Also reden wir wenig über fachliche Details und genießen einfach massierend unser sonnengeflutetes Sein.
Vorbild prägt ohnehin am meisten. Vorbild bin ich dann, wenn ich mich nicht anstrenge, nicht versuche eine Rolle zu spielen, zum Beispiel als Fachpädagogischer Massagelehrer oder mich von sonstigen Ideen leiten lasse. Ideen sind ungelebte Gedanken. Das stärkste Vorbild geschieht durch Authentizität. Ich ruhe in mir und bin einfach. Das ist glaubwürdig, echt und prägend. Was ich nicht wirklich bin, das habe ich nicht und was ich nicht habe, das kann ich auch nicht weiter geben. Zumindest wird es nur eine sehr kleine Haltbarkeit haben.
Lebensgenuss hingegen versprüht Inspiration.
Meine Praktikantin hat mir gesagt, dass sie sich wohlfühlt und morgen gleich außerplanmäßig wieder kommen will. Dieses Bild von ihr fand sie okay und das verwackelte darf ich auch posten.


Montag, 14. Juli 2014

Leckere Seminarkost

Am Wochenende war wieder ein Massage-Erlebnis-Seminar. Ich bin noch ganz erfüllt und dankbar von den vielen Begegnung und Erlebnissen.
Natürlich haben wir zur größten Freude unserer Muskeln, Sehnen, Bänder, Nerven, Augen und dem Rest, genußvolle und leckere Sacks auf dem Tisch gehabt. Hier kommt ein kleiner Beweis.

 
Danke Iris!



Outdoor-Massagen

Neuer Trend: Outdoor-Massgen
Heute wollte ich etwas über Outdoor-Massagen  posten. Draußen regnet und stürmt es. Es sind nur unangenehme 14° und ich kann mich kaum noch daran erinnern, was Massagen unter freiem Himmel eigentlich sind. Hier ist der Himmel heute mal nicht frei - frei zu sehen. Und mich fröstelt es leicht bei dem Gedanken, mich da draußen nackt auf eine Liege zu legen. Wenigstens würde sich die Zuschauermenge in Grenzen halten.


Ohne wärmende Sonne geht da nix. Das macht Outdoor-Massagen zu einem spontanen Erlebnis.

Heute ist Outdoor-Wetter!



Der Name meiner Praktikantin Irini heißt so viel wie Friedensgöttin. Gerade denke ich noch darüber nach, da fällt mir auf, dass meine Friedensbotin fast schlagartig müde wird beim Massieren. Ihre Bewegungen wirken träge und verlangsamt. Das ist leicht zu erklären und hat bei ihr eindeutig mit der Hitze (34°) zu tun.
Bei großer Wärme weiten sich die Gefäße. Was zur Folge hat, das der Blutdruck abfällt. Durch das Schwitzen verliert man Flüssigkeit, was der Blutdruck ebenfalls mit einer Talfahrt quittiert. Wenn jetzt nicht genug Flüssigkeit nachgetankt wird, hat der Kreislauf Mühe, genug Blut durchs System zu befördern. Man bekommt ein unwiderstehliches Bedürfnis sich hin zu legen. (Am besten man lässt sich gleich auch noch massieren.) Darin besteht dann ja auch schon die Lösung. Im Liegen steigt der Blutdruck gleich wieder und man fühlt sich besser.
Noch bevor ich mit meiner Praktikantin darüber sprechen kann, hat sie sich ruck zuck und zum Erstaunen aller Umstehenden, ausgezogen und nähert sich dem kühlen Nass. Ich sehe noch, wie sie kalt duscht. Sehr coole Aktion! Die Gefäße ziehen sich durch die Kälte zusammen und der Blutdruck steigt wieder. Nachdem Irini geduscht hat, kommt sie ganz tatkräftig und belebt zurück. Ganz offensichtlich hat sich hier der Blutdruck zurück gemeldet.
In ihrer neuen Dynamik massiert  sie dann gleich noch direkt im Bikini ein Kind. Wir haben es gar nicht so richtig bemerkt….Mir fällt es erst durch die Fotos auf. Beim genauen Hinsehen, sieht man Irini im Bikini massieren. Therapeutin und Kunde begegnen sich immer mehr auf Kleidungshöhe.
Irini meint, ich hätte sie darum gebeten, den kleinen Kunden zu massieren. Sie tat es stehenden Fußes....und ohne unnötige Zeit zu verlieren. Das nenne ich Einsatz!











...und gibt sogar noch einen Mann eine kleine Sonnenöl-Massage im Sitzen.
Das Freibad ist eben ein Frei-Bad.

 


Erst dann thematisieren wir das Thema Kleiderordnung und bekommen einen Lachanfall dabei.
Die Frische und Begeisterungsfähigkeit hält an diesem Tag allen Anforderungen bis zum Ende überlegen stand.
An der Behauptung, dass jetzt unsere Kunden nur noch die Dame im Bikini buchen, ist natürlich nix dran. Sie genießen die textile Friedensbotin genauso, wie alle anderen auch.


Sonntag, 6. Juli 2014

Die Finisher-Sport-Massage

Massage-Aktionen

Massage für den guten Zweck oder bei Sportveranstaltungen

Finisher ist jeder, der es irgendwie durchs Ziel geschafft hat. In diesem Sinne bieten wir Finisher-Sport-Massagen an.  Die Massage fördert den Abbau von Stoffwechselendprodukten, welche während des Laufes in großen Mengen anfielen und der Körper jetzt wieder loswerden muss.



Ich finde das hat was – auf so einem Event dabei zu sein. Begeisterung und Siegeswillen liegen in der Luft und inspirieren jeden zum Mitfiebern und Mitfeiern. Auf einmal gehören alle irgendwie zusammen und jeder Läufer wird beim Zieleinlauf bejubelt. Gewonnen haben wir immer alle.
In dieser Situation mag man doch unbedingt dabei sein. Die Massageliege aufstellen und auf Unerwartetes hoffen. 
Ich bin mit 6 von meinen Praktikanten angerückt und wir sind alle ein bisschen aufgeregt. Das Wetter ist schön. Wir brauchen keinen Regenschutz.
Wir stellen unsere Liegen auf – natürlich möglichst nah am Zieleinlauf und freuen uns schon darauf, die Helden endlich zwischen die Finger zu bekommen. Aber dann wundern wir uns. 
Die ersten sind schon seit 20 Minuten ins Ziel gelaufen und es scheint keiner die Massageeinheit wahrzunehmen. 
Was ist das für ein Phänomen? 
Ich spreche einen Läufer an. Gratuliere ihm zum Sieg und weise ihn darauf hin, dass wir für Massagen bereit stehen. Er nickt stumm, macht aber keine Anstsalten die Möglichkeit zu nutzen.



Das war nur ein Check-up. Ich persönlich halte mich zurück damit, Kunden verbal von der Massage zu überzeugen. Das entwertet ein so anspruchsvolles Genusserlebnis nur. Schätze liegen nie überall für jedermann sichtbar herum. Glücklich schätzt sich der, der sie entdeckt.


Als ich so in das gerötete Gesicht des Läufers schaue, der sich gerade das schweißnasse Haar aus dem Gesicht streicht, verstehe ich...


Das Adrenalin ist schuld an dem verzögerten Massage-Start. Generell schüttet der Körper so lange er extremer Belastung oder Stress unterliegt immer wieder Adrenalin aus. Bei unseren Läufern hat der sogenannte Adrenalinrausch eingesetzt. Und ja dieser Zustand kann durchaus erst einmal anhalten. Das Herz hat einen schnellen Beat, die Durchblutung läuft noch auf Hochtouren, die Atemwege sind noch erweitert und der Blutdruck ist hoch. Unmöglich, da kann man sich nicht still hinlegen und eine Massage genießen. Die Sportler kommen ins Ziel und lassen sich erst einmal feiern, erzählen davon wie es war, genießen in sich gekehrt den noch tobenden Körper oder stoßen mit Freunden an. In dieser Phase ist Massage kein Thema. Erst wenn der Adrenalinspiegel im Blut sich etwas abgebaut hat und das Thema der Freunde sich schon wieder um Kindererziehung und Fußball dreht, rückt die Möglichkeit einer revitalisierenden Bein-, Rücken oder Fußmassage ins Augenmerk und wird dann auch voll genossen.
Bei den Event-Massagen (im Zusammenhang mit sportlichen Ereignissen) geht es in der Regel nicht um Einnahmen und Verdienstmöglichkeiten, sondern es geht um Dasein: Präsenz zeigen und Einblick geben. Die anonyme Visitenkarte bekommt ein Gesicht.
Sportliche Ereignisse sind immer ein Highlight für den Ort und geben so ein Wir-Gefühl. Es ist eine gute Gelegenheit einfach präsent zu sein. Das Motto für Erfolg lautet: Einfach ab und zu auch mal da sein, wo das Herz meiner Region pulsiert, denn schließlich suche ich ja Leute, die verstehen, dass meine Absicht ist, ihnen gut zu tun. Leute, denen ich schon mal den Rücken oder die Beine massiert habe, erinnern sich gerne an dieses Ereignis und kommen dann auch mal zu anderen Zeiten wieder.
Hier können viele Menschen mich kennen lernen und auch direkten Einblick bekommen in das, was ich tue. Jeder kann zuschauen und sich ins Bild setzen.

Es beginnt grundsätzlich damit, dass man Kontakt mit dem Veranstalter aufnimmt und sich als Sponsor vorstellt.
Wer ist der Veranstalter?
Es kann ein Sportartikelhersteller sein, die Gemeinde oder auch die Kirche.

In Nürnberg ist es zum SportScheck. Hier müsste man also nachfragen, ob eine Massage für die Finisher möglich ist.
Kleinere Orte eignen sich für den Beginn natürlich besser, da alles übersichtlicher und oft auch unbürokratischer zugeht.

Beim Mountainbikerennen des RSC Waldkirchen, bemerkte ich, dass es ein großes Zelt gab, in dem Räder und Utensilien, die gebraucht wurden, gelagert waren. Ich erkundigte mich gleich, ob es möglich sei, eine Massageliege in dem Zelt aufzustellen, für eine Finisher-Sport-Massage. Mein Angebot wurde sofort gerne angenommen -  ohne jegliche Bürokratie und Genehmigungsverfahren.
In Passau gibt es den Domlauf. Hier ist alles in kirchlicher Hand. Der Veranstalter ist der KAB-Diözesanverband Passau. Auch hier wurde unser Angebot gerne angenommen. Wir liehen uns einen Pavillon, der vor Ort aufgestellt wurde und hatten an 3 Liegen mit 6 Leuten den ganzen Tag über viel zu tun und viel Spaß. 
Wir haben in viele - gefühlte 100 oder 200 - dankbare, lachende, glückliche und verschwitzte Gesichter geschaut. Irgendwie war ja jeder, der es bis ins Ziel geschafft hatte, ein Held. Es machte uns einfach Spaß, kleine und große Helden zu massieren. Ich glaube wir tun es wieder.